Renaissance der Höfe

Die Sanierung der Hackeschen Höfe begann 1995. Schließlich waren es 300 Baufirmen mit fünf Bauleitungen und sechs Architekten unter Leitung eines Projektsteuerungsunternehmens, die unter Auflagen des Denkmalschutzes mit der behutsamen Sanierung und Entwicklung des gesamten Gebäudeensembles beauftragt wurden.

Die Frontfassade zur Rosenthaler Straße wurde inklusive Dachaufbau vom Architekturbüro Weiß & Partner völlig neu gestaltet, die Keramikfassaden des 1. und 2. Hofes wurden nach dem ursprünglichen Verfahren der Jahrhundertwende von der später im Hof 7 ansässigen Firma Golem wieder hergestellt. Auch alle weiteren Putzfassaden wurden komplett saniert. Sämtliche haustechnischen Leitungen wurden neu installiert, Außenanlagen neu angelegt, die Kellerdecken unter den ersten beiden Höfen komplett erneuert und auf 1.600 Quadratmetern Fläche Dachgeschosse zu Wohnungen und Gewerbeflächen ausgebaut.

Die etwa 35 Ladenflächen in den 8 Höfen wurden durch das Architekturbüro von Bohr & Sander auf wohnverträgliche Nutzungen vorbereitet. Die 80 Altbauwohnungen wurden durch den Architekten Klaus Nuschenpickel saniert. 23 Neubauwohnungen wurden auf das Dachgeschoss gebaut, die Planung hatte der Architekt Jürgen Bielski inne.

Der gesamte Sanierungszeitraum, in dem wohl kaum ein Ziegel der Höfe unbearbeitet blieb, wurde in moderierten Rundtischgesprächen zwischen Bezirksamt, Denkmalpflege, Eigentümern, ansässigen Kulturbetrieben und Bewohnern kooperativ geplant und begleitet. Nach nur zweijähriger Bauzeit waren im Jahr 1997 die Sanierungsarbeiten abgeschlossen und 17.576 Quadratmeter Gewerbe- sowie 9.500 Quadratmeter Wohnfläche auf einen modernen und zugleich denkmalgerechten Stand gebracht worden.